Am Anfang der 6. Stunde war der liebe Gott ganz schön außer Atem, weil er ja so viele Vögel erschaffen hatte. Daher wollte er es jetzt ruhiger angehen lassen und ein bisschen verschnaufen.

So kam es, dass der liebe Gott in der 6. Stunde die SCHNECKEN erfunden hat.

Und die sind, wie wir ja heute alle wissen, so richtig laaangsam.

Aber warum sind die Schnecken eigentlich so langsam? Man könnte vielleicht glauben, dass das daher kommt, dass sie immer ihr eigenes Haus mit sich herumtragen müssen. Das ja schon mal ziemlich schwer. Weil es aber auch Schnecken gibt, die kein Haus auf dem Buckel haben, kann das auch nicht der Grund dafür sein, warum alle Schnecken so waahnsinnig langsam sind.

Ich will es euch jetzt erzählen. Die Wahrheit darüber hat bis jetzt nämlich noch kein Mensch gewusst! Ihr seid also die ersten, die das erzählt bekommen

Es lag natürlich am lieben Gott selbst. Der hat nämlich von Anfang an die ganze Welt so geplant, dass alles zueinander passt. Das war so, wie eine Art Computer Programm Programmierung – nur viel viel komplizierter.

Das ging bei den Schnecken dann so: weil der liebe Gott so viele Vögel auf einmal fabriziert hat, war er ein bisschen müde. Also hat er sich ein bisschen ausgeruht und deshalb die Schnecken gaanz langsam erschaffen. Damit war damals schon vorprogrammiert, dass die deswegen gar nicht schnell sein konnten, weil das nämlich von Anfang an so gewollt war!

Aber der liebe Gott, der für ein paar Schnecken die schier unvorstellbare Zeit von einer ganzen Stunde Zeit verbraucht hatte, hat mit deren Erschaffung auch noch ganz schön viel Wirbel unter den übrigen Tieren veranstaltet!

Da damals nämlich nicht nur die Katzen neugierig waren, sondern die anderen Tiere auch, hatten sie beschlossen, die neue Welt, in die hinein sie erschaffen waren, zu erkunden. Dazu veranstalteten sie einmal die Woche am späten Nachmittag ausgedehnte gemeinsame Spaziergänge.
Aber als die Schnecken sagten, sie wollten auch mitgehen… na da hättet ihr mal das Geschrei der anderen hören sollen!

„Die sind viel zu langsam! – Die behindern uns doch nur alle! – Da kommt man ja gar nicht voran!“ beschwerten sich da plötzlich alle Tiere und schrien so wild durcheinander, dass einer den anderen nicht mehr verstehen konnte. Aber weil es immer später wurde, brüllte der Drache ein Machtwort und befahl, dass die Schnecken selbstverständlich mitkommen dürften.

Die Schnecken freuten sich tierisch und überprüften noch mal gaanz langsam, aber seehr sorgfältig den Sitz ihres Hauses. Erst dann startete die Kolonne schließlich mit fast einer ganzen Stunde Verspätung! Schnell merkte dann aber auch der Löwe, dass das alles nicht gut gehen konnte. Und schon war es passiert: schon an der ersten Kreuzung hatten die Schnecken nicht so recht aufgepasst, wo die anderen hin marschierten und
liefen prompt in die falsche Richtung weiter.

Das haben sie aber gar nicht gemerkt. Schließlich war für sie alles neu und dass die übrigen Tiere nicht mehr zu sehen waren, störte sie auch nicht so sehr, denn Schnecken sehen ja nicht so gut. Als es dann irgendwann ganz dunkel wurde bekamen die Schnecken zwar ein bisschen Angst, aber weil sie ihr Haus dabei hatten, war auch dies nicht so schlimm, denn darin konnten sie sich ja verkriechen!

Die übrigen Tiere bemerkten erst bei ihrer Rückkehr, dass die Schnecken fort waren. Die haben sich alle dann große Sorgen gemacht! Und wer weiß, was den Schnecken doch noch alles passiert wäre, wenn sich nicht der Drachen auf die Socken gemacht, und sie gesucht hätte. Denn der Drache konnte bei seiner Suche Feuer speien und alle Umgebung dadurch hell erleuchten. Damit fand er dann die transusigen Schnecken verschlafen im Walde nur ein paar Meter vom Nachtlager der übrigen Tiere entfernt. Weiter waren sie zum Glück gar nicht gekommen.

Die Schnecken aber waren ganz schön froh, als der Drache sie zurückgeholt hatte. Und der Drache war mächtig stolz darauf, dass er wieder einmal etwas Gutes hatte tun können. Und dafür bekam er von den restlichen Tieren viel Lob gespendet. Denn auch Tiere freuen sich immer, wenn sie „gelobt“ werden – genau, wie die Menschen!