Dem lieben Gott war das schon recht, wie die anderen Tiere den zynischen Geiern eine Lektion erteilt hatten. Daran konnte er sehr gut sehen, dass sein Schaffen bereits prima funktionierte. Alles heilte sich sozusagen von selbst und war im Einklang mit der Natur. Deshalb konnte er sich zu Beginn der 22. Stunde wieder an die Erschaffung von einem richtig großen Tier machen: die BÄREN.

Mit ihrem festen braunen Fell, sind sie unempfindlich gegen jeden Wind und gegen jedes Wasser und jede Kälte. Bären sind ausgesprochen liebe und kuschelige Tiere. Bären tanzen gerne – aber nur, wenn sie alleine sind und keine Zuschauer haben!

Sie lieben süßen Honig und sind so rechte Tagträumer, die am liebsten mit der Welt und sich selbst alleine sind. Eigentlich könnte man glauben, Bären brächte überhaupt nichts aus der Ruhe! Aber da kann man sich schon mal täuschen! Zu Anfang haben nämlich alle anderen Tiere auch geglaubt, dass Bären ein Gemüt, „wie ein großer Baum“ haben – den regt ja auch nichts so schnell auf. In Wirklichkeit haben sie sich da aber ganz schön verrechnet. Und das war so:

Eines Tages ging einmal eine Schnecke spazieren. Schöön langsaam, wie sich das für eine Schnecke gehört. Da lag ihr plötzlich ein großer brauner Bär mitten im Weg. Der hielt gerade sein Mittagsschläfchen in der warmen Sonne und schnorchelte dabei ziemlich laut vor sich hin.

Weil aber der Bär für die Schnecke riesengroß war und sie einen gewaltigen Umweg um den Bären herum hätte machen müssen, beschloss die Schnecke, sich den Umweg zu ersparen und direkt über den Bären hinweg zu klettern! Quer über seinen Bauch hinweg wollte sie gehen – weil das natürlich der kürzeste Weg gewesen wäre. Leider hat sie sich dabei aber verirrt und den falschen und viel längeren Weg erwischt, weil der nämlich der Länge nach über den gesamten großen Bären geführt hat.

Damit nahm das Schicksal dann seinen Lauf! Als die Schecke gerade dabei war, über das Gesicht des Bären zu gleiten, rutschte sie aus und knallte dem Bären gegen die Nase. Das wäre ja noch nicht weiter so schlimm gewesen, aber die Schnecke hat dann zur besseren Orientierung ihre großen Fühler ausgefahren und sich dazu auch noch rum gedreht. Dabei hat sie die Fühlerchen dann ausgerechnet dem Bären in die Nase gesteckt. Damit wiederum hat sie ihn aber so sehr gekitzelt, dass der Bär plötzlich ganz fürchterlich niesen musste.

Die arme Schnecke ist durch das kräftige Niesen bis zu den Füßen vom Bär geschleudert worden. Dort hat nun so schief herumgehangen, dass sie sich noch mal neu orientieren musste. Dazu brauchte sie aber wieder ihre Fühler. Also hat sie die wieder ausgefahren. Dabei hat die Schnecke dann den Bären damit auch noch an den Fußsohlen gekitzelt – so dass der fast verrückt geworden ist und das große Hüpfen angefangen hat.

Tja, und da hat die Schnecke ganz schön viel Glück gehabt, dass sie von dem Bären nicht mitsamt ihrem Haus zerquetscht worden ist! Aber seitdem wissen wenigstens alle Tiere, dass Bären die friedlichsten Wesen auf der ganzen Welt sind – wenn man sie nur nicht kitzelt!