Gleich am Anfang der 2. Stunde erschuf der liebe Gott die MÄUSE.

Weil aber die Mäuse im Vergleich zu den Dickhäutern so winzig klein waren, erschuf er vorsichtshalber mal sehr sehr viele Mäuse. Die Elefanten hätte ja unter Umständen diese süßen kleinen Mäuschen beim Herumtrampeln übersehen und dabei verletzten, oder – Gott bewahre – sogar töten können.

Aber kaum waren die Mäuse auf der Erde, begegneten sie natürlich sofort den Elefanten. Und da geschah plötzlich etwas ganz Seltsames: die Mäuse erschreckten sich vor den großen Ungetümen halb zu Tode und begannen, sich so schnell, wie sie nur konnten unter dem Laub und in der Erde zu vergraben.

Die großen Elefanten aber, erschreckten sich vor den Mäusen genauso arg, wie die Mäuse vor ihnen. Sie rannten in alle Himmelsrichtungen davon. Dabei haben sie sogar blöderweise ganz viele Bäume kaputt gemacht. Das war aber weiter nicht so schlimm, denn dadurch gab es plötzlich ja wieder mehr Platz für noch mehr Tiere. Aus der Sicht vom lieben Gott war das natürlich sehr gut, denn der brauchte ja viel Platz für die vielen Tiere, die er noch erschaffen wollte. Aber die großen Elefanten haben bis heute immer noch Angst vor den Mäusen. Kaum zu glauben, aber es ist wirklich wahr!

Eigentlich war´s das schon für heute, aber da fällt mir zum Glück noch eine Geschichte dazu ein: eine Maus aber war nämlich sooo schnell davon gerannt, dass sie plötzlich mutterseelenalleine da stand und ganz traurig war, weil sie überhaupt nicht wusste, wie sie zu ihren Mäuse Kameraden zurück finden sollte. Als der liebe Gott dies sah, kam er ihr natürlich zu Hilfe. Dabei kam ihm plötzlich eine ganz tolle Idee und er schickte die schnelle Maus auf eine seehr weite Reise ins Traumland und – „Schwupps di wupps“ – hat die Maus tief und fest geschlafen!

Die Geschichte, die jetzt kommt, hört sich vielleicht ein bisschen brutal an, aber es war ja ein Traum. Und Träume sind nur der Spiegel unserer Fantasie im Schlaf. Denn wenn man aufwacht, ist alles wieder vorbei. Davor muss man also wirklich keine Angst haben!

Die Maus hat geträumt, dass sie plötzlich von einem großen Raubtier mit glühenden Augen geschnappt worden ist. So viel, wie sie auch quiekte, keiner hörte sie schreien. So wurde sie von der Katze seelenruhig in deren Haus geschleppt. Die Maus befürchtete schon, dass sie – aufgefressen werden sollte! Doch als die Katze nur einen klitzekleinen Moment unachtsam war und ihre Krallen von der flinken Maus weggenommen hat, besann sich die Maus auf ihre eigene Schnelligkeit. Wie ein Blitz ist sie davongesaust. Sooo schnell, dass die Katze auch nicht die klitzekleinste Chance hatte, die Maus wieder zu erwischen.

Weil die Maus sich im Traum aber ziemlich aufgeregt hat, weckte der liebe Gott sie vorsichtshalber wieder auf und die Maus merkte, dass sie nur geträumt hatte. Weil aber die kleine schnelle Maus durch ihren Traum gelernt hatte, dass man vor großen Tieren keine Angst haben muss, wenn man nur gut aufpasst – und wenn’s sein muss, auch ganz schnell wegrennen kann – rief sie alle ihre Mäusekameraden zusammen und erzählte ihnen davon.

Das zu hören, hat die anderen Mäuse dann doch sehr beruhigt – und seitdem trainieren die Mäuse ihre schnellen Beine auch heute noch. Denn „schnell laufen“ zu können hat schon ganz schön viele Vorteile !