Der liebe Gott hat es vermutlich gar nicht so gerne getan. Aber er kannte ja den Lauf der Geschichte und er kann ja auch als einziger überhaupt die Zukunft und die Vergangenheit gleichzeitig sehen.

Deshalb erschuf der liebe Gott am Anfang
der 18. Stunde die SCHLANGEN!

Auch die Schlangen sind erst durch die Menschen so richtig verdorben worden. Ihr erinnert euch sicher noch an die Geschichte von Adam und Eva, die ihr ja fast alle aus der Bibel, oder dem Religionsunterricht kennt?

Na ja, bis dahin hatten sich die Schlangen eigentlich ganz anständig benommen – bis auf das eine Mal mit den Mäusen jedenfalls. Die Geschichte will ich euch jetzt noch schnell erzählen.

Also: eines Tages kamen alle Schlangen im Dschungel zu einem großen Meeting zusammen. Die großen fetten Anakondas ebenso, wie die kleinen grünen Vipern, die ziemlich giftig sind. Gelbe und grüne Wasserschlangen und all die vielen Arten, die dem lieben Gott so eingefallen sind. Der Grund war die allgemeine schlechte Essensversorgung für die Schlangen. Das war deshalb so, weil es noch nicht viele Tiere gab, die auf ihrem Speisezettel standen. Bei ihrem Meeting haben die Schlangen darüber beraten, wie man das ändern könnte. Dann haben sie einen gemeinsamen Beschluss gefasst und der ging so: da sie besonders gerne Mäuse fressen, wollten sie jetzt einfach vorsichtshalber einmal alle Mäuse gefangen nehmen und in einen großen Käfig einsperren, aus dem die Mäuse nicht mehr herausgekommen wären. Aus ihrem Vorratskäfig wollten die Schlangen sich dann nach Lust und Laune bedienen. Und da Mäuse meistens ziemlich viele Kinder bekommen, hätten sie damit ihr Problem für immer gelöst. Aus ihrer Sicht war das perfekt!

Aber in Wahrheit war das nicht gar nicht so einfach, wie sie sich das vorgestellt haben. Denn sie hatten die Rechnung ohne die Katzen gemacht! Die hatten nämlich von dem gemeinen Plan der Schlangen Wind bekommen und flugs darauf alle anderen Tiere zusammengerufen. Gemeinsam wollten sie die Mäuse besser in Schutz nehmen, damit sie nicht in Gefangenschaft geraten.

Als dann die Schlangen merkten, dass die anderen Tiere sich gegen sie verschworen hatten, um den Mäusen zu helfen, wollten sie jedoch so schnell nicht aufgeben. Sie haben zu einer List gegriffen, die ihr vielleicht noch gar nicht kennt. Dazu müsste man nämlich wissen, dass Schlangen wirklich teuflisch gut hypnotisieren können.

Was sie besonders gut können, ist der Trick mit der Schlafhypnose. Kaum hatten die Schlangen damit begonnen, den anderen in die Augen zu schauen, fielen die ganzen vielen Tiere, die sich um die Schlangen herum geschart hatten, plötzlich alle in Trance und – ruck zuck – sind sie alle eingeschlafen.

Fast hätte das auch geklappt und die Schlangen hätten sich mit den Mäusen klammheimlich aus dem Staub machen können, wenn …….ja, wenn der alte Löwenkönig nicht mit geschlossenen Augen vor sich hingedöst hätte. Bei ihm hat der Trick mit der Schlafhypnose nicht funktioniert. Denn wenn jemand den Schlangen nicht in die Augen schaut, können die den nämlich gar nicht hypnotisieren!

Als der Löwe aber gemerkt hat, dass es plötzlich so still geworden ist, obwohl vorher alle so laut gestritten hatten, kam ihm das irgendwie komisch vor und die Augen aufgemacht und gesehen, dass alle Tiere fest geschlafen haben. Da hat kurzerhand er die große Oberschlange am Hals gegriffen, fest zugedrückt und dann so kräftig durchgeschüttelt, dass die anderen Tiere von dem Lärm wieder wach geworden sind.

Na – ihr hättet mal sehen sollen, wie die listigen Schlangen da vor lauter Schreck auseinander gestoben sind.

So schnell und so weit, dass nie mehr eine Versammlung stattgefunden hat und sie nie mehr versucht haben, die Mäuse gefangen zu nehmen. Da sind die anderen Tiere natürlich ganz schön froh gewesen.

Aber die Mäuse und die Katzen natürlich ganz besonders!