Zu Beginn der 14. Stunde – also um 2 Uhr nachmittags – war der liebe Gott ein bisschen müde geworden und wollte eigentlich sein gewohntes Mittagsschläfchen machen. Aber er hatte ja noch viel Arbeit vor sich. Also hat der liebe Gott tief Luft geholt, seine müden Knochen gereckt und gestreckt und damit seine Mittagsmüdigkeit wieder überwunden. Schnell war er wieder fit und ganz der alte, kluge, liebe Gott, der die Erde und ihre tierische Bevölkerung bis ins allerkleinste Detail geplant und geschaffen hatte – mit ihrem Anfang und mit ihrem Ende.

Damit das alles auch so richtig funktionierte, musste er natürlich auch solche Lebewesen schaffen, die nichts anderes waren, als Überbringer von Bausteinchen zu neuem, anderem Leben, weil die selbst mit ihrem Leben auch den Zweck für ein anderes Leben erhielten. Das waren dann zwar auch so eine Art „Tiere“, aber meistens ganz winzig kleine, die man kaum erkennen kann und die man Mikroorganismen nennt. Aber das werdet ihr später sowieso alles noch genauer lernen.

Dazu brauchte der liebe Gott aber auch andere, ziemlich kleine Tierchen, nämlich die INSEKTEN. Weil er die zum Teil so winzig klein erschaffen hat, waren das dann schnell mal ein paar Milliarden von Billionen – eine schier unendliche Fülle winziger Lebewesen also, die die ganze große Welt bevölkerten. Sie krabbelten, schwammen, krochen und flogen über die Erde. Mücken, Ameisen, Käfer, Bienen, Falter in allen Größen und Farben, und was es sonst noch so alles gibt, wie zum Beispiel die Fliegen.

Alle waren sehr fleißig und erfüllten ihre Aufgabe vorbildlich. Die Mücken besiedelten die Auen an den Seen und gaben ein gutes Nahrungsmittel für die Frösche und die kleinen Vögel ab. Die Ameisen waren die ersten, die in richtigen Staaten gemeinsam zusammenlebten und sich durch strenge Zucht und Ordnung auszeichneten. Dass sie auch eine ordentliche Mahlzeit für den Ameisenbär abgaben, war ganz im Sinne ihres Schöpfers. Es gab ja reichlich von ihnen und noch heute sind sie über die ganze Erde verbreitet.

Die Käfer zum Beispiel fraßen wiederum alles auf, was sich ihnen bot. Die einen ernährten sich von Pflanzen, die anderen von Aas. Und wenn einmal ein Käfer Opfer eines Storches, oder eines anderen großen Vogels wird, schadet das der Art wirklich nicht. Auch Käfer gibt es heute noch in Hülle und Fülle.

Die unangenehmsten Insekten aber waren die Fliegen. Nicht, weil sie uns heute im Sommer immer so nerven, sondern, weil sie schon zu Urzeiten allen anderen Tieren buchstäblich „auf der Nase herum tanzten“. Die Fliegen waren so neugierig, wie man es sich gar nicht vorstellen kann! Weil sie immer irgendwie bei irgendeinem anderen Tier waren, wussten sie auch immer sofort alles Neue und tratschten es sofort weiter. Deswegen sagt man auch heute zu den aufdringlichen Paparazzi Fotografen, die immer die berühmten Leute fotografieren wollen: „Die sind lästig, wie die Fliegen!“

Die fleißigsten unter den Insekten aber waren die Bienen. Die sind schon damals immer unermüdlich von Blüte zu Blüte geflogen. Beim fleißigen Einsammeln von Honig haben sie die Blütenpollen von Pflanze zu Pflanze transportiert damit bestäubt. Denn auch das hat der liebe Gott so eingeplant, damit auch alle Pflanzen wieder „Kinder“ bekommen können. Die haben es ihnen dann allen damit gedankt, dass auch sie danach so wunderschön erblüht sind. Außerdem

Nur bei den Schmetterlingen und bei den Faltern – da hat sich´s der liebe Gott an diesem Tag ein bisschen sehr einfach gemacht! Und wisst ihr auch warum? Na klar: weil ja die Raupen schon da waren und aus jeder Raupe wird einmal ein wunderschöner Schmetterling – oder ein ganz toller Falter. Aber wie das geht, habe ich euch ja schon bei den Raupen erzählt!